3 Verkaufsargumente mit denen du jeden Kunden überzeugst

Verkaufsargumente sind die Bausteine für einen erfolgreichen Verkauf. Doch nicht alle Verkaufsargumente sind gleich wirksam. Es gibt eine Hierarchie der Verkaufsargumente. Ich gebe dir in diesem Artikel die 3 wesentlichen Hierarchiestufen für eine wirkungsvolle Verkaufspräsentation an die Hand.

Was sind die richtigen Verkaufsargumente?

Mark Twain hat einmal gesagt: Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist der gleiche wie zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen. Dieses Zitat ist ein phantastischer Merksatz für jeden der erfolgreich verkaufen möchte: Der Unterschied zwischen dem richtigen Verkaufsargument und dem beinahe richtigen ist der gleiche wie zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen. Stellt sich nur die Frage: Was sind die richtigen Verkaufsargumente?

Die richtigen Verkaufsargumente sind Antworten auf die Anforderungen, Wünsche, Ziele und Probleme des Kunden!

Alles andere ist uninteressant! Alles andere ist Zeitverschwendung im Verkaufsgespräch. Und eines kannst du mir glauben, es wird sehr viel Zeit verschwendet in deutschen Verkaufsgesprächen.

Für viele Verkaufsgespräche gilt leider: Thema verfehlt

Ein Fachmann ist halt noch lange kein Verkäufer! Nur weil ich epische Ausführungen zu meinen Produkten und Dienstleistungen machen kann, bin ich noch lange kein guter Verkäufer. Denn im Verkauf geht es erst in zweiter Linie um das Produkt. In erster Linie geht es um den Kunden. Man könnte es auch so formulieren: Dein Job ist der Kunde auf dem Umweg über das Produkt! Und wenn du diesen Job richtig gut machen willst, dann funktioniert das nicht mit immer der gleichen Verkaufspräsentation. Nur für Mützen gilt: One size fits all. Für die Arbeit mit Kunden liegt die Latte schon erheblich höher. Die immer gleichen, linear strukturierten Power-Point-Präsentationen, in denen auf 80 Folien des Schreckens alles und damit gleichzeitig nichts präsentiert wird, sind Verkaufskiller.

Die immer gleichen, linear strukturierten Power-Point-Präsentationen sind Verkaufskiller.

Wer in einem kompetitiven Umfeld heute noch so arbeitet wird bestraft. Er wird bestraft vom Kunden mit einem Nicht-Auftrag. Der Scharfrichter ist dabei dann dein Konkurrent, der dich mit den richtigen Verkaufsargumenten aus dem Rennen wirft. Mach es anders, arbeite professionell.

Schritt 1 für gute Verkaufsargumente: Nutzenargumentation

Die Huthwaite Unternehmensberatung in England (die Erfinder des SPIN-Selling) hat dazu eine interessante empirische Studie erstellt. In dieser Studie geht es um die Power der Nutzenargumentation. Ganz genau geht es darum, wie Nutzenargumente mit Verkaufserfolg korrelieren. Das nicht so wahnsinnig erstaunliche Ergebnis: Mehr Nutzenargumentation führt zu mehr Verkaufserfolg. In erfolgreichen Verkaufsgesprächen werden 3 mal mehr Zeit mit der Diskussion von konkreten Kundenutzen verbracht als in nicht erfolgreichen Verkaufsgesprächen. Noch kurz zur Klarstellung: Bei der Nutzenargumentation nutzt du ausschließlich Verkaufsargumente, die die Wünsche, Ziele, Problem und Anforderungen deines zu 100% adressieren. Ich mache dir einmal ein Beispiel.

Verkaufsargumente

Beispiel für eine Nutzenargumentation

„Herr Kunde, Sie sagten Ihnen ist besonders wichtig, dass Ihre Verkäufer in schwierigen Situationen souverän reagieren und schlagfertig argumentieren können sollen. Schlagfertigkeit und Souveränität können Sie mit den richtigen Verkaufstechniken kultivieren. Sie brauchen die richtigen Sprachmuster und Argumentationspfade. Wir geben Ihren Verkäufern einen kompletten Werkzeugkasten mit praxiserprobten Verkaufstools an die Hand. Besonders interessant …“

Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler!

Was diese Verkaufsargumentation kraftvoll macht, ist der Wunsch des Kunden nach genau diesem Produkt. Er möchte die Schlagfertigkeit und Souveränität seiner Verkäufer erhöhen. Das passende Produkt dazu ist der Werkzeugkasten mit praxiserprobten Verkaufswerkzeugen. Der Satzanfang (Herr Kunde, Sie sagten Ihnen ist besonders wichtig…) markiert dabei die Nutzenargumentation. Hätte der Kunde nichts dergleichen in der Bedarfsanalyse erwähnt und ich hätte trotzdem über den Verkaufswerkzeuge und den Werkzeugkasten schwadroniert, wäre das ein typischer Fall von: Thema verfehlt. Setzen.6. Selbst wenn ich meine Verkaufswerkzeuge noch so toll finde, ist das in der Situation dann kein starkes Verkaufsargument. Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler!

 

Schritt 2 für gute Verkaufsargumente: 3 Ebenen

Wenn wir uns einig darüber sind, dass die besten Verkaufsargumente die sind, die die Wünsche, Ziele, Anforderungen und Probleme des Kunden lösen, dann ist es jetzt Zeit den Argumentations-Nachbrenner einzuschalten. Denn es gibt 3 unterschiedliche Ebenen, auf denen du argumentieren kannst.

Verkaufsargumente der 1. Ebene: Die Kaufkriterien

Verkaufsargumente

Kaufkriterien sind Anforderungen deines Kunden an deine Dienstleistung oder dein Produkt. Wenn du die Kaufkriterien in der Bedarfsanalyse sauber heraus arbeitest, hast du in der Phase der Lösungspräsentation leichtes Spiel. Ich mache dir einmal ein Beispiel:

Verkäufer: „Was ist Ihnen bei einem guten Online-Verkaufskurs besonders wichtig?“

Kunde: „Der Kurs sollte alle Inhalte auch im Audioformat bereitstellen.“

Verkäufer: „Die Inhalte unseres BootCamp-Kurses stehen Ihnen komplett sowohl im Videoformat, als auch im Audioformat zur Verfügung.“

Voila, das war Nutzenargumentation auf der Ebene der Anforderungen oder Kaufkriterien. Geht das noch besser? Auf jeden Fall. Dazu begeben wir uns auf die zweite Ebene der Verkaufsargumente.

Verkaufsargumente der 2. Ebene: Das Hauptinteresse

Kein Mensch kauft ein online Verkaufstraining. Wir kaufen das, was das online Verkaufstraining uns bringt. Das ist das Hauptinteresse. Der Onlinekurs ist also nur Mittel zum Zweck. Verkaufsargumente, die auf das Hauptinteresse einzahlen sind sehr wirkungsvoll. Lass uns doch das Beispiel von oben weiter ausbauen:

Verkäufer: „Was ist Ihnen bei einem guten Online-Verkaufskurs besonders wichtig?“

Kunde: „Der Kurs sollte alle Inhalte auch im Audioformat bereitstellen.“

Verkäufer: „Warum ist Ihnen das so wichtig?“

Kunde: „Ich bin viel im Auto unterwegs und kann so die Autofahrten zum Lernen nutzen.“

Verkäufer: „Die Inhalte unseres BootCamp-Kurses stehen Ihnen komplett sowohl im Videoformat, als auch im Audioformat zur Verfügung. Sie können Ihr Auto also zur fahrenden Umsatzuni machen. Und so können Sie aus der verlorenen Zeit im Auto, produktive Lernzeit machen.“

Du merkst schon, dieses Verkaufsargument hat schon mehr „Fleich am Knochen“. Du argumentierst nicht nur die faktischen Anforderungen des Kunden, sondern auch das dahinter stehende Hauptinteresse. Geht es noch besser? Ja, es geht noch besser mit dem dominanten Kaufmotiv.

Verkaufsargumente der 3. Ebene: Das dominante Kaufmotiv

Das Hauptinteresse des Kunden kannst du dir auch als rationales Kaufmotiv vorstellen. Aber ich habe ja bereits in vielen Artikel über die Macht von emotionalen Verkaufsstrategien und -techniken gesprochen. Deswegen ist es auch bei den Verkaufsargumenten wichtig, die emotionale Seite zu adressieren. Das machst du, indem du das sogenannte dominante Kaufmotiv des Kunden in deine Verkaufsargumentation integrierst. Nehmen wir uns wieder einmal unser Beispiel dazu vor:

Verkäufer: „Was ist Ihnen bei einem guten Online-Verkaufskurs besonders wichtig?“

Kunde: „Der Kurs sollte alle Inhalte auch im Audioformat bereitstellen.“

Verkäufer: „Warum ist Ihnen das so wichtig?“

Kunde: „Ich bin viel im Auto unterwegs und kann so die Autofahrten zum Lernen nutzen.“

Verkäufer: „Und wenn Sie die Autofahrten zum Lernen nutzen, dann…“

Kunde: „…dann brauche ich mich dafür nicht noch einmal extra in meine Freizeit hinsetzten.“

Verkäufer: „Die Inhalte unseres BootCamp-Kurses stehen Ihnen komplett sowohl im Videoformat, als auch im Audioformat zur Verfügung. Sie können Ihr Auto also zur fahrenden Umsatzuni machen. Und so können Sie aus der verlorenen Zeit im Auto, produktive Lernzeit machen. Ganz neben bei. Und wenn Sie aus dem Auto steigen ist der Job erledigt – keine Lernüberstunden in der Freizeit.“

Das dominante Kaufmotiv dürfte wahrscheinlich die stärkste und nachhaltigste Wirkung auf den Kunden haben. Viele Verkaufspräsentationen sind deswegen nicht so stark wie sie sein könnten, weil genau dieses dominante Kaufmotiv nicht thematisiert wird. Mach es also anders. Guck dir die Fragestellung oben noch einmal an. So bekommst du das dominante Kaufmotiv heraus.

Das dominante Kaufmotiv herausfinden

Wie so häufig sehen wir in dem Fall des dominanten Kaufmotivs, dass gute Verkaufsargumente in der Bedarfsanalyse vorbereitet werden müssen. Du brauchst Kriterienfragen, Fragen um das Hauptinteresse heraus zu bekommen und Fragen um das Motiv hinter dem Hauptinteresse zu erkunden. Mit diesem Wissen stehen und fallen deine Verkaufsargumente. Es gilt der alte Lehrsatz: Erst orientieren, dann argumentieren. Um den Kunden wirklich zu überzeugen, mußt du zum Kern der Motivation vordringen. Als Verkäufer sind wir doch auch irgendwie Psychologen – nur besser bezahlt (wenn wir es richtig anstellen). Diese Technik und viele andere Verkaufstechniken findest du im Begleitkurs zum Podcast.

2019-04-09T08:59:46+02:00